Einmal mehr komme ich erst spät auf den Weg. Schlafen, Frühstücken, Zeitung Lesen, Packen dauern eben. Die Folge davon ist, dass ich schliesslich nicht so weit komme, wie ich mir vorgestellt habe. Aber der Reihe nach! Von Basel geht's auf der Autobahn bis Göschenen. Dort die Schöllenenschlucht hinauf mit
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einer Kaffeepause beim Suworow-Denkmal. Die Blumen, die der russische Präsident am Vortag niedergelegt hat anlässlich seines Besuches in der Schweiz, sind noch frisch. Nach Kaffe und Zigarette geht es weiter nach Andermatt und über den Oberalppass nach Graubünden. Erst das Vorderrheintal hinunter, das Hinterrheintal hinauf bis Thusis und dann via Tiefencastel hinauf auf den Julier. Dort ist eine weitere Pause fällig, inklusive Nusstorte. Erfrischt und gestärkt geht es hinab ins Engadin, durch St. Moritz Richtung Zernez. Dort zweigt die Strasse zum Ofenpass ab, die mich ins Münstertal führt. Noch schnell aufgetankt und über den Umbrailpass hinauf zum Stilfser Joch. Am Umbrail kommen mir gerade mal drei Fahrzeuge entgegen. Ein Motorrad, ein Auto, ein Roller. Ansonsten gehöhrt die Strasse mir. Welch ein Spass. Punkt sechs Uhr komme ich auf dem Stelvio an. Ich unterhalte mich kurz mit einem Celtener und studiere nach seiner Abfahrt die Karte. Es zeigt sich, dass ich nicht mehr so weit kommen werde, wie ich eigentlich wollte. Aber runter muss ich noch. Also nehme ich die unzähligen
Kehren in Angriff. Noch bevor ich den Talboden erreiche, überhole ich den Kollegen aus Cell. Doch trotz der flotten Fahrt schwindet das Tageslicht, sodass ich kurz vor Meran in Frost in einem Hotel nach einem Zimmer ausschau halte. Nur noch ein 5-Bett-Zimmer unter dem Dach hat's in diesem "k. u. k. Gasthof" (so angeschrieben!). Ich nehm's. Im Vorgarten geniesse ich den lauen Abend bei Bier, Zigaretten, tirolor Spezialitäten und "The Lost Symbol".
Ausführlich gefrühstückt und ab geht's Richtung Dolomiten. Erst mal geht es über Meran, Bozen und Auer nach Truden, wo ich gleich Quartier beziehe im Hotel zur Mühle. Dies soll für die nächsten Tage mein Stützpunkt sein. Von hier aus, dem südwestlichen Teil der Dolomiten will ich meine Tagestouren fahren. Heute geht es zum Einstieg über Cavalese auf den Passo di Lavazé. Kein sehr hoher Pass, aber schön zu fahren. Von dort ins Eggental und über Steinegg runter zur Brennerstrasse. Ich fahre auf der Hauptstrasse der Autobahn entlang bis Barbian, wo ich Richtung Kastelruth abbiege. Auf der Höhe geht es hoch über der Autobahn "zurück" und ins Tiersertal. Noch eine Pause einlegen und dann der Aufstieg zum Rosengarten. Die bekannten Gipfel hüllen sich jedoch in Wolken/Nebel, sodass ich den Fotoapparat nicht auspacke. Über den Niger- und Karerpass gelange ich schliesslich ins Val di Fassa. Eigentlich schon fast "zuhause", aber noch viel zu früh. Also hänge ich noch einen Abstecher auf den Passo di Rolle an. Dort zeigen sich zumindest ein paar
Gipfel, wenn auch nur für kurze Zeit. Nach einer Erfrischung zieht es mich zurück Richtung Hotel, wo ich auf dem Balkon beim Rauschen des Baches meinen Tag festhalte.
Gut geschlafen, gut gefrühstück, wetteroptimistisch. So mache ich mich auf den Weg zur Sellarunde. Nicht zum letzten Mal fahre ich über Cavalese. Heute aber auf der Hauptstrasse weiter bis Canazei und hoch Richtung Passo Pordoi. Da ich die Sellarunde im Uhrzeigersinn fahren will, biege ich schon bald links ab hinauf zum Sella Joch. Unterwegs gibt's noch eine kleine Fotopause (man muss
die Ausblicke nehmen, wie sie kommen bei diesem Wetter). Auf dem Joch wenig Aussicht wegen zu vielen Nebelschwaden und Wolken, die die Gipfel einhüllen. Also weiter, hinunter Richtung Grödnerjochstrasse. Die Benzinuhr lässt mich daran vorbei fahren, um im nahem Wolkenstein zu tanken. Dann aber hurtig zurück und ab aufs Grödnerjoch. Hier werden Wetter und Sicht
besser. Wunderbare Aussicht auf die Sellagruppe. Riesig türmen sich die Felsen über dem herbstlichen Wald. Auf dem Joch gönne ich mir meine häufigsten Pausenfüller: Koffein und Nikotin. Viele Motorräder sind unterwegs und wie sich später herausstellen wird, auf dem selben Weg wie ich. Nach der Talfahrt gleich rechts abgebogen und wieder hinauf, diesmal zum Passo di Campolongo. Eine eher langweilige Fahrt und eine dazu passende Passhöhe. Also gleich runter nach Arabbe, wo wieder echts abgebogen wird zum Pordoijoch. Die Strasse hat den Ruf, einen nicht sehr griffigen Belag zu haben. Der einsetzende Nieselregen macht es nicht besser. Also etwas sanfter Gas geben und die Kurven braver an- und durchfahren. Eine tolle Strecke trotz allem. Auf der Passhöhe ist wieder eine Pause fällig. Nebst Kaffe gibt's noch Apfelstrudel. Während ich dies geniesse fährt eine Gruppe vor, die ich schon auf dem Grödnerjoch gesehen habe. Sie fuhren vor mir los, müssen also eine zusätzliche Pause eingelegt habe, da ich sie nie überholt habe. Den letzten Schluck Kaffe trinke ich hastig,
denn nun setzt richtiger Regen ein. Auf einer Bank vor einem Souvenirladen richte ich mich unter dem Vordach gemütlich ein und warte geduldig bis der Regen aufhört. Bis dahin amüsiere ich mich an den Bustouristen, die in Badelatschen und ähnlich hochalpinem Schuhwerk von Bus zu Restaurant und umgekehrt spurten. Kaum hört der Regen auf, kommt bei allen Motorradfahrern Aufbruchstimmung auf. Auch bei mir. Also geht's weiter nach Canazei, um die Runde komplett zu machen. Von dort aus will ich den Passo di Fedaia machen, aber der wieder einsetzende Regen lässt mich weiter südlich fahren, wo ich zum Passo San Pellegrino mehr Glück habe. Mehr als ein wenig Niesel hie und da gibt es hier nicht. Kurz vor Falade biege ich rechts ab, um über den Passo di Valles zur westlichen Rampe des Passo di Rolle zu gelangen. Eine wunderschöne Fahrt. Ab "Rollenstarsse" dann den gleichen Weg zurück wie gestern
Über Nacht hat es auch in Truden geregnet. Nebel hängt an den Bergflanken,
die Gipfel verdeckt von Wolken, nur vereinzelt helle, gar blaue Flecken am Himmel. Doch gerade diese lassen mich beruhigt frühstücken. Der Tag wird besser als die Nacht. Ich fahre die bekannte Strecke bis Canazei und nehme von dort den Fedaia in Angriff. Zum Fahren nichts Besonderes, aber etwas fürs Auge. Schon bald bin ich auf der anderen Seite und mache einen Abstecher nach Alleghe für einen Kaffeehalt. Über den Colle di Santa Lucia begleitet mich Regen. Vor allem auf der Talfahrt scheint Vorsicht geboten und mein Tank wird langsam leer. Zurückhaltend Gas geben ist die Devise. Im Tal dann kann ich tanken und sogar auf trockener Strasse weiter fahren. Diesmal zum Passo Duran. Eine wahre Freude für Fahrer und seine Augen.
Auf dem Pass ist Erfrischung angesagt bevor ea nach Agorde runter geht. Von dort hinauf zum Passo di Cereda. Wiederum viel Spass auf meist trockener Strasse. Nur die vielen Rotlichter müssten nicht sein. Die sollen doch die Strassen flicken, wenn ich keine Ferien habe! Am Passo di Rolle geht's dann wieder flott voran. Viele Kurven, wenig Kehren. Und der Kaffe auf bzw. kurz nach der Passhöhe hat speziell gut gemundet. Zum Schluss, wie auch schon, über Predazzo und Cavalese zurück. Vom Wetter her ein durchzogener Tag aber trotzdem meist auf trockener Strasse. Und eine Batterie für das Reifendruckmessgerät habe ich auch noch gefunden.
Sonnenschein und kaum Wolken als ich aufstehe. Später als sonst, aber es ist ja Sonntag. Erstmal auf der Hauptstrasse nach Bozen, um von dort die lange Anfahrt zum Penserjoch unter die Räder zu nehmen. Quasi eine Hochgeschwindigkeitsstrecke nachdem die vielen Tunnel am Anfang bewälltigt sind. Man spührt den Sonntag an der Fahrweise gewisser Autofahrer und an der grösseren Anzahl Motorräder. Die Südrampe des Passes gehört zu den langweiligsten Bergstrecken, die ich kenne. Kaum Kurven, kaum Kehren. Und dies trotz der stolzen Höhe von 2211 MüM. Dass es trotzdem viele Motorräder hat, liegt wohl eher an der Nordrampe. Die muss aber warten. Zuerst kommt der Kaffee dran. Unter den vielen Motorrädern auch drei Oldtimer aus den frühen 50-ern. Sie bekommen als Einzige mehr Beachtung als meine DN-01. Und ja, die Nordrampe ist eindeutig spassiger. Von Sterzing aus geht es schon wieder aufwärts. Und zwar zum Jaufenpass. Fahrerisch wie landschaftlich den Fahrer erfreuend. Oben wieder eine Pause, diesmal mit Cola. Es ist recht warm geworden. Erfrischt fahre ich nach St. Leonhard, wo noch ein Pass auf mich wartet, das Timmelsjoch. Eine wahre Freude, diese Strasse. Trotz der Ausflügler, die sich, zumindest meist, problemlos überholen lassen. Auf dem Pass die Grenze zu Österreich und zwei Hinweisschilder, die mich schmunzeln lassen. Das eine weist aud die Maut hin, die auf der österreichischen Seite erhoben wird, das andere warnt vor Strassenschäden! Nun, ich will ja nicht nach Österreich, sondern nur eine Cola trinken. Und schön ist es hier oben. Das auf den ersten Blick fast wie die Bergstation einer Seilbahn aussehende Gebäude
entpuppt sich als noch nicht ganz fertiges Museum. Die Fahrt zurück nach St. Leonhard ist genau so toll, wie es die Fahrt nach oben war. Und noch immer schönstes Herbstwetter. Fast zu warm für den Rest meiner Fahrt via Meran und Bozen zurück nach Truden.
Was für ein Tag! Es beginnt schon beim Öffnen der Fensterläden. Blauer Himmel, kaum Wolken. Also schnell unter die Dusche, zum Frühstück, in Montur geworfen und ab die Post. Heute tanke ich gleich als Erstes und bringe den Reifendruck auf Normstand. So sollte ich diesbezüglich Ruhe haben für den Rest des Tages. Mein Weg führt mich via Predazzo auf die Strasse zum Passo di Rolle und schliesslich auf den Passo di Valles. Herrlich das kleine Bergtal zum Valles. In Sonnenschein gebadete Bergwälder, ein wilder Bergbach, grüne Bergwiesen. Dazu noch die Strasse mit mir, der nicht weiss, soll er Gas geben zum Genuss, oder eben nicht. Schon bald bin ich auf dem Pass, wo ein Kaffe die letzten noch schlafenden Geister wecken soll. Sonne pur, kein Lüftchen wehr, der Wetterhahn auf der Kapelle macht Pause. Vom Pass runter fahre ich dann Richtung Cencenighe und von dort Richtung Nord. Der Passo di Giau wartet. Doch erst muss ich durch die Schlucht Richtung Colle Santa Lucia, die mir
fast Postkarten mässige Schönheit bietet. Dann hinauf zum Giau. Wunderbar die Fahrt auf dieser Strasse. Und rund herum Berge, Berge, Berge. Man kommt aus dem Staunen nicht heraus. Auf dem Pass eine prächtige Aussicht in alle Richtungen. Quasi die ganzen Dolomiten auf einen Streich.
Man könnte stundenlang verweilen. Und doch zieht es mich weiter. Richtung Cortina, das ich aber echts liegen lasse und direkt aud fen Passo di Falzarego fahre. Während ich einen Kaffe geniesse, bestaune ich den "kleinen Lagazuoi"
und die Seilbahn, die ohne einen einzigen Mast dort hinauf führt. So steil ist diese Wand!
Über einen kleinen Nebenpass geht es dann Richtung Abtei bzw. kurz davor Richtung Grödner Joch. Diesmal von der anderen Seite. In flotter Fahrt hänge ich mich an eine Gruppe bis hinauf zum Joch. Bei diesem Prachtswetter will ich nochmals zum Rosengarten, um zu sehen, was der Nebel vor ein Paar Tagen verborgen hat. Also geht's über Sella-, Karer- und Nigerpass dorthin. Eindeutig eine Reise Wert, wie meine Karte angibt. Zum Schluss möchte ich noch über den Passo di Luisa. Leider wird nichts daraus. Schotterpiste, nichts für mein Gefährt. Schade aber nicht schlim. Zufrieden cruise ich zurück zum Hotel, wo ich mir ein Bierchen gönne, noch bevor ich unter die Dusche springe.
Heute geht's mal in eine ganz andere Richtung, auch wenn ich zuerst Richtung Cavalese fahren muss. Nach San Lugano biege ich rechts ab Richtung Altrei. Die Strasse führt mich durch ein Tal südlich von Truden nach Trento. Eine ruhige Nebenstrasse, die hoch über dem Talboden kleinste Ortschaften verbindet. Zum Schluss geht es dann Bergstrecken mässig hinunter ins Etschtal nach Trento. Ich durchquere das Etschtal und halte mich Richtung Gardasee. Zwischendurch mache ich Kaffepause in Vezzano, einem hübschen, verschalfenen Ort. Kurz danach lasse ich die Wegweiser zum Gardasee unbeachtet und folge fortan denjenigen, die mich nach Madonna di Campiglio leiten. Fahrerisch ist der Weg dorthin kein Genuss, aber ich werde mit einem prächtigen Panorama getröstet. Zusammen mit dem schönen Wetter einfach traumhaft. Ich durchfahre Madonna mit seinen unzähligen Hotels und mache erst auf dem Pass Campo Carla Magno Halt. Hier gibt es Kaffe und etwas zu beissen nebst einer schönen Aussicht.
Die Fahrt hinunter ist dann viel angenehmer, will heissen, macht richtig Spass. Unten beginnt dann Apfelland. Apfelhaine so weit das Auge reicht. Überall wird
gepflückt und unzählige kleine Traktoren mit schmalen Anhängern befördern die Ernte zu den Sammel- oder Verkaufsstellen. Die Apfelkisten sind teilweise so hoch gestapelt, dass ich hoffe, es komme kein Seitenwind auf beim Überholen. Schon bald ist Mendelpass angeschrieben, der mich zurück ins Etschtal bringen wird. Hinauf etwas unspektakulär, hinunter aber wirklich toll zu fahren. Schliesslich geht's dem Kalterersee entlang durch weitere Apfelplantagen und Weinberge bis Auer und von dort über Montan zurück zum Hotel zur Mühle.
Noch ein Mal die gute Küche geniessen; morgen geht's Richtung Heimat.
Ich nehme Abschied von Truden, der Mühle, den Dolomiten und dem Südtirol. Auf dem entgegengesetzten Weg von gestern Abend fahre ich Richtung Passo di Tonale. Wieder emsiges Treiben bei den Äpfeln, noch nicht bei den Trauben.
Die Anfahrt zum Tonale ist lang und eher langweilig. Auf der Passhöhe schliesslich eine Skistation, die ihresgleichen sucht.
So was von hässlich. Hochhäuser, die selbst in einer Grossstadt unansehlich gälten, prägen das Bild. Das schönste ist noch das Kriegerdenkmal (1. Weltkrieg), was wohl alles sagt. Also schnell weiter, was deutlich mehr Freude macht. Dann rechts abgebogen, den Schildern "Passo di Gavia" folgend. Sehr speziell, dieser Gavia. Die Strasse ist schmal. Sehr schmal. Noch schmaler. Selbst das Überholen eines Motorrades ist eine enge Angelegenheit!
Aber schön ist es allemal. Und unendlich lang. Nach unzähligen Kurven und Kehren erreiche ich schliesslich die Passhöhe auf 2655 MüM. Selbst wenn man die Strasse nicht mögen sollte, das Ziel ist es auf jeden Fall Wert. Hochalpin wie aus dem Bilderbuch. Ich geniesse diese Bergwelt bei einer Cola
bevor ich mich auf den Weg nach Bormio mache. Auch die Talfahrt verläuft meist auf schmaler Strasse. In deutlich schlechterem Zustand. Von Bormio aus fahre ich nach Livigno. Eigentlich eine schöne Strecke, aber leider mit mehr Verkehr, als mir lieb ist. An Livigno selbst ist die Zollfreiheit wohl das Beste. Ich profitiere und fülle meinen Tank. Und schon geht es gemütlich weiter Richtung Puschlav bzw. Bernina über die Forcola di Livigno. Auch hier einiges an Verkehr, alles auf 50-60 km/h beschränkt und Freund und Helfer unterwegs! Ideal um die Bergwelt zu geniessen . . .
Auf der Berninastrasse dann endlich wieder richtig Gas geben. Bis zum Hospiz, wo eine Pause fällig ist. Trotz der Höhe ist es sehr warm. Im T-Shirt draussen sitzen? Kein Problem. Aussicht geniessen? Sicher doch.
Danach Pontresina, Samedan, La Punt. Kaum Verkehr auf der Albula- Passstrasse. Die Strecke sowieso traumhaft. Einfach genial, die Fahrt. Den ansonsten hier oben obligaten Halt lasse ich aus, fahre gleich runter nach Tiefencastel und Thusis. Von dort auf der Hauptstrasse nach Bonaduz und rein ins Vorderrheintal. Eine Prachtsstrecke bis Ilanz. Der junge Rhein weit unten, die Strasse oben am Hang.
Ab Ilanz dann eher Langweilig auf der Hauptstrasse Richtung Oberalp. Aber nur bis Trun. Hier wartet das Hotel Casa Tödi mit seiner hervorragenden Küche auf mich. Und ein wohlverdientes Bier.
Das Essen gestern Abend war wie erwartet Spitzenklasse. Auch das Frühstück mundet und bald bin ich wieder auf der Strasse. Das Rheintal hinauf bis Disentis und dort auf der Strasse zum Lukmanier weiter. Auf der Passstrasse kaum Verkehr, sodass ich zügig vorwärts komme und schon bald auf dem Pass ankomme. Ein netter Anfang auf einer nicht besonders spannenden Strecke. Nach einem kurzen Halt weiter, hinunter nach Biasca im Tessin. Auf dieser Seite des Passes macht es mehr Spass. Und die Sonne vertreibt langsam die
letzten Nebelfetzen von den Berghängen. Von Biasca aus geht's Richtung Gotthard auf der Hauptstrasse. Daneben oder darüber oder darunter, je nachdem, die Autobahn und die Eisenbahn. Ganz weit unter dem Boden der werdende, neue Eisenbahntunnel. In Airolo nehme ich die Strasse auf den Nufenenpass. Ich bin fast alleine unterwegs und kann die Fahrt so richtig geniessen. In All'Acqua im Bedrettotal mache ich Kaffeepause. Auf dem Nufenen noch immer Prachtswetter, aber die Aussicht auf die Berneralpen ist getrübt. Schade. Nach einem Schwatz mit einem Biker-Paar fahre weiter. Im Tal noch schnell getankt und hurtig weiter zur Grimsel. Wie immer eine Pracht,
der Weg hinauf wie auch die Passhöhe. Wunderbare Bergwelt. Auf der Grimsel esse ich etwas und fahre gestärkt ins Berner Oberland. Allerdings nicht für lange, denn der Sustenpass ruft. Einer meiner Liebsten. Und er enttäuscht mich nicht. Ich profitiere vom fehlenden Verkehr und bin rasch auf der Passhöhe,
wo ich eine weitere Pause einlege. Die letzte. Und wen treffe ich da? Das Paar vom Nufenen. Der Himmel ist nicht mehr so blau wie auch schon. Mehr und mehr Wolken bilden sich, sodass ich ohne Wehmut meinen Weg fortsetze. Bald bin ich in Wassen, wo sich der Kreis schliesst.
Den Rest des Weges bringe ich auf der Autobahn hinter mich und werde erst ein paar hundert Meter vor meinem zuhause von einem Baustellenstau so richtig gebremst. Ich bin offensichtlich wieder in Basel . . ., nach 2910km.